Wien gehört Dir

Fiktives Bürgerbeteiligungsverfahren
Kurzbeschreibung

Aufbauend auf fiktiven Verkehrslinienplänen der Installation „Häupl, Schicker, Steinbauer“ (2008) entwirft Schwarz ein neues Szenario, das zusätzlich vier schematische Darstellungen neuer U-Bahnlinienführungen enthält. Ein Print informiert das Publikum von einem angeblichen Bürgerbeteiligungsverfahren namens „Wien gehört Dir“, das in letzter Sekunde als Werbekampagne enttarnt wurde, und eine Welle des Protestes auslöste. Schwarz hätte mit seiner Performancegruppe „als Bedienstete der Wiener Linien modifizierte U-Bahnpläne an dankbare Touristen“ verteilt- es handelte sich dabei um „im Bürgerbeteiligungsverfahren eingereichte U-Bahnverläufe von Usernamen, die mit DI beginnen. Aus „Wien gehört Dir“ wird „Wien gehört Dirk“, „Wien gehört Diana“ etc.

„Schwarz führt das Format der „Fake-Doku“ in den Bereich der Bildenden Kunst über: um als Zeugnis einer clever gemachten Protestperformance durchzugehen, wird der politische Auslöser, ein missglücktes Bürger*innenbeteiligungsverfahren der Stadt Wien, einfach erfunden.“

Das konzeptuelle Werk „Wien gehört Dir“ denkt über den Einfluss urbaner Politik auf die Konstruktion des Bildes der Stadt nach, und über die Art, wie sie unser Handeln in ihr gestaltet. Christoph Schwarz‘ modifizierte Verkehrspläne basieren auf der Installation „Häupl/Schicker/Steinbauer“ (2008), und wurden für die gegenwärtige Ausstellung um einen neuen Aspekt erweitert: der Künstler nimmt den aktuellen Slogan der Wiener Linien „Die Stadt gehört Dir“ wörtlich, und entwirft ein fiktives Bürgerbeteiligungsprojekt samt seiner kreativen Unterwanderung: zu sehen sind ganz persönlich-egoistische Vorschläge der Bevölkerung für eine zukünftige Neugestaltung der Schnellverbindungen, die detailgetreu jene Darstellungen imitieren, die in jeder Wiener U-Bahn zu finden sind. Die Stadt gehört nun also nicht mehr dir alleine, sondern auch Dirk, Dina, Diana und Diego. Christoph Schwarz führt damit die Grundidee der direkten Demokratie ad absurdum und hinterfragt die Ernsthaftigkeit und Effizienz von Bürgerbeteiligungsprozessen.

 
(Pia Jardí, Ausstellungskatalog Danube Dialogues, Novi Sad 2013)
Ausstellungen

AGITAS Kunstpreis, 2. Platz, 2008
Eröffnungsausstellung Galerie Strickner, 2008
Danube Dialogues, Novi Sad 2013
(kuratiert von Pia Jardí)
Mapping the World, NoeART 2015
(kuratiert von Hartwig Knack)

Credits

Auflage: 3 StücK
Digialprint auf Dibond
110x85cm / 30x30cm

Mit freundlicher Unterstützung von
Freytag & Berndt, Wien