European Advertising Agency (EUAA)

Die Imitation einer EU-Agentur
Kurzbeschreibung
Im Zentrum des Projekts EUAA stehen inszenierte Vorgänge rund um eine fiktive Agentur der Europäischen Union, die sich um die Organisation und Durchführung einer europaweiten Werbeliberalisierung kümmert. Im Rahmen dieser Reformen sollen neue Marketingstrategien zugelassen werden, die vor allem auf einer Freigabe von bis dato staatlich geschützten Bereichen für eine Nutzung durch die Werbewirtschaft basieren. Am stärksten polarisiert bei dieser Reform die „Aufwertung” der Euro-Banknoten zu Werbeflächen.
„Jeder Tag ist für den Marketing-Experten eine mühselige Suche nach unverbrauchten Werbeideen. Und jeden Tag zerbrechen sich die Regierungen Europas den Kopf, um Auswege aus der wirtschaftlichen Misere zu finden. Warum ist noch niemandem aufgefallen, dass alle nach den gleichen Antworten suchen?“
Die Vermarktung dieser neuen Werbefelder wird von einer übergeordneten Behörde übernommen, der European Advertising Agency. Die Motivation der Union hinter den Reformen ist nachvollziehbar: Mit einer modifizierten Werbegesetzeslage könnten neue Einnahmen lukriert werden, und durch ein gesteigertes Konsumverhalten werden die Steuereinnahmen erhöht. Diese Mehreinnahmen sollen direkt in die Bildungs-, Kultur- und Umweltbudgets der einzelnen Staaten fließen und somit der Bevölkerung direkt zu Gute kommen. Diesen utilitaristischen Grundsatz soll auch der EUAA Slogan ausdrücken: „Advertising for the People“.
Das Herzstück des Projekts ist das Promotion-Video der European Advertising Agency, eine fiktive, dystopische Belangsendung der EU, in der diese werbepolitische Entwicklung vorgestellt und beworben wird. Das Promotion Video gibt vor, ein hochoffizieller Werbefilm zu sein, der die Bürger Europas auf die kommenden Umstellungen vorbereiten will. Mehrere Studiogäste, darunter der Chef der EUAA und die Rektorin der Europäischen Universität in Lüttich gaukeln dem Zuseher eine gewisse Authentizität vor. Nach und nach driftet die Sendung aber von einer seriösen, hochpolitischen Belangsendung in Richtung Polit- und Mediensatire ab, und endet in einem furiosen Finale.

 

Spezifikationen

Performance, 2003-2007
Christoph Schwarz & Joe Lucero

Promotion Video

Produktion
Christoph Schwarz & Joe Lucero

Regie Raimund Liebert
mit Daniel Pascal, 
Patricia Hirschbichler
, Pascale Chevroton
, Oliver Huether, 
Raoul Biltgen
, Christiana Bruckner, 
Géza Mózsner, 
Sue Sellinger
, Niki Passath

Ausstellungen

Subversivmesse, Linz 2009