Cabriostrand Graz

Ein angemeldetes, fahrtüchtiges Cabriolet wird zur Sandkiste und ermöglicht deinen Kindern* unbeschwertes Sandburgenbauen direkt in der Parkspur. Der Cabriostrand Graz ist den ganzen Sommer in der BewohnerInnen-Zone 02 unterwegs. Hast Du Lust deine Straße zu beleben? Möchtest Du ein Zeichen gegen die ungerechte Verteilung des öffentlichen Raumes in der Stadt setzen? Dann hol dir den Cabriostrand direkt vor deine Haustüre!

 

!! UPDATE: der Cabriostrand hat seine Anrainer-Parkbewilligung verloren.
Das „Motiv des Gesetzgebers“ fürs Anrainerparken war nicht, sein „Auto mit Sand zu füllen“.

Bis 11.September 2022 stehen wir im Innenhof vom GRAZ MUSEUM, Sackgasse 18. Geöffnet täglich von 10-18h

Kommt mit euren Kindern zum Sandspielen vorbei!
Wir suchen einen neuen Standort ab 12.9. 
Für konkrete Vorschläge freuen wir uns über ein Mail: info@cabriostrand.net

 

Projektteam
Künstlerische Leitung  Christoph Schwarz
Produktionsleitung Graz  Elisabeth Felberbauer
Umbau Cabrio  Clemens Krottmayer
Illustration  Stefanie Hilgarth

Rückfragehinweis:
info (at) cabriostrand.net
Christoph Schwarz 0650/7612805
Elisabeth Felberbauer 0660/6293864

Eröffnung Cabriostrand Graz, Kindersicherheitsmesse im Forum Stadtpark, 11.7.2022 / Fotos (c) Lena Prehal
Cabriostrand Graz in der Kernstockgasse Fotos (c) Alex Danner

Interview zum Cabriostrand Graz
mit Christoph Schwarz, aufgezeichnet von Daniel Bleninger
Speisewagen nach Triest, Juni 2022

Nach dem Cabriobeet in Wien, einem mit Kräuter bepflanzten, fahrtüchtigen Peugeot, mit dem Du die Dominanz der parkenden Autos in Wien ansprechen wolltest, hast Du 2022 ein Spin-Off in Graz gestartet. Wie unterscheiden sich die beiden Cabrios?

Wir bleiben Peugeot treu! Ansonsten ist die Herangehensweise ähnlich: wir wollen aufzeigen, wie sehr unsere Städte auf das Leben mit Autos zugeschnitten sind. Während man für klimafreundliche Tätigkeiten wie Sandburgen bauen wohl nicht so leicht eine Genehmigung direkt vor der Haustüre bekommt, ist das alles kein Problem, wenn man ein Cabrio unter der Sandkiste hat. Vor dem Hintergrund der Klimakrise muss hier ein Umdenken stattfinden, öffentlicher Raum sollte fair verteilt werden. Zehn Euro im Monat für 10 Quadrameter öffentlicher Raum ist einfach viel zu billig.

Wie kam es zur Entscheidung, das Cabrio gerade zu einer Sandkiste umzubauen?

Ausgangspunkt war die Ausstellung „Kindersicherheitsmesse“ im Forum Stadtpark im Juni 2022, wo auf ironische Weise die Frage gestellt wird, wie und wovor wir unsere Kinder eigentlich schützen wollen. Das finde ich wahnsinnig spannend: wir strukturieren unser Leben stark nach Bedürfnissen von Kindern und deren Sicherheit, aber ignorieren dabei komplett, dass gerade unser Lebensstil die Sicherheit unsere Kinder und Enkelkinder massiv gefährdet. Ein schönes Beispiel dafür sind Eltern, die ihre Kinder im Auto in die Schule bringen, weil der Weg mit dem Rad zu gefährlich ist.

Wie kam es zur formalen Gestaltung und dem Sicherheitsnetz, das optisch sehr präsent ist und an einen Käfig erinnert?

Ein notwendiger Schritt, der genau diese Diskrepanz aufzeigt: Autos schränken den Handlungsspielraum und den natürlichen Spieltrieb von Kindern in der Stadt massiv ein. Natürlich hätte ich es viel schöner gefunden, wenn die Kinder unter freiem Himmel buddeln können, aber die Sicherheitsaspekte verlangen ein Sicherheitsnetz. Natürlich sollte es umgekehrt sein, die Stadt sollten den Menschen gehören, nicht den Autos.

Wie und wo würdest Du die Grenze zwischen Kunst und Aktivismus beim Cabriostrand ziehen?

Es ist das beste aus beiden Welten! Als Künstler bekomme ich die Möglichkeiten & Aufmerksamkeit, einen originellen, eigenwilligen Blick auf meine Themen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Was mich aktuell interessiert, ist Aktivismus, ist der städtische Raum, ist der Klimakollaps und wie breite Teile der Bevölkerung es nach wie vor schaffen, dieses Problem zu ignorieren. Ich möchte als Künstler Räume schaffen, in denen Menschen angeregt werden, sich darüber auszutauschen und zu sprechen. Wo die Grenze von Kunst und Aktivismus ist, kann jede/r selbst entscheiden. Natürlich hoffe ich, dass die Behörden in Graz dem Projekt gegenüber aufgeschlossen sind- die Fragestellung, ab wann ein Auto ein Auto ist, hat philosophische Qualitäten, soll aber nicht alle anderen Aspekte des Projekts überlagern.

Auf der Website steht, man kann sich den Cabriostrand Graz direkt vor die Haustür stellen. Wie funktioniert das & wie wird das angenommen?

Wir werden den Juli über in der Gegend Kernstockgasse-Elisabethinergasse parken- im August ist dann die Griesgasse geplant. Für September und Oktober gibt es noch die Möglichkeit, dass sich Menschen bei uns melden, die den Cabriostrand gerne vor ihrem Haus stehen haben. Voraussetzung ist, dass sich der Parkplatz innerhalb der sog. blauem Anrainerparkzone befindet. Kindergruppen, Gewerbetreibende, Restaurants, Nachbarschaftsinitiativen, alles ist denkbar. Wichtig ist, dass man die Philosphie des Cabriostrands teilt und Kinder hat, die gerne Sandburgen bauen. Das Projekt ist sehr offen, dh man kann gerne auch Veranstaltungen rund um den Cabriostrand planen und das Projekt weiterentwickeln.

Christoph Schwarz (40) ist Filmemacher und lebt mit seiner Familie in Wien-Alsergrund. Für seinen Essayfilm „Die beste Stadt ist keine Stadt“, der multiple Sichtweisen auf die Seestadt Aspern vereint, wurde er 2020 mit dem Österreichischen Kurzfilmpreis ausgezeichnet. Der Film ist noch bis Ende des Jahres auf der Website von Christoph Schwarz kostenlos zu streamen: www.christophschwarz.net/dbsiks

 

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